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CD REVIEWS / LIVE REVIEWSCD REVIEWS
- amazon.de 08/09
nürnberger wüstensöhne !!!
ebenso lässig wie der auf dem cd-cover cool salutierende comic-cowboy, agieren die mehr als vielversprechenden newcomer sutcliffe auf ihrem selbstbetitelten debüt-album. dabei klingt das quintett aus der fränkischen metropole nürnberg alles andere als "typisch deutsch", sondern zaubern dem hörer einen ungewöhnlichen sound ins ohr, bei dem man sehr lang nach musikalischen vergleichen suchen muss. sutcliffe spielen nämlich staubtrockenen, von akribisch ausgearbeiteten feindetails wimmelnden country/western-rock. dabei verliert sich die band aber zu keiner zeit in peinlichen schunkel-plattitüden á la truck stop, sondern spricht gleichzeitig herz und hirn des hörers an. sutcliffe liefern auf den 9 tracks ihres erstlings wirklich musik zum verlieben, der vor allem von seiner authentischen atmosphäre lebt. mit geschlossenen Augen unter dem kopfhörer entwickelt "sutcliffe" somit seinen einzigartigen charakter, und schickt den hörer auf eine beeindruckende traumreise durch den wilden westen.
vor dem inneren auge durchkämmt man verödete, von kakteen gesäumte landstriche...die sonne brennt unbarmherzig vom firmament und spendet dabei so wenig schatten wie möglich...hoch am himmel siehst du reihenweise die geier kreisen...ein rudel trist-zerzauster kojoten kreuzt deinen weg, auf der suche nach etwas essbarem...und ehe du dich versiehst, bist du aufgesprungen auf den uralten güterzug, der langsam-ächzend auf seinem weg richtung horizont der freiheit entgegenfährt...der kühle fahrtwind sorgt für eine höchst willkommene erfrischung...du spürst das pistolenhalfter fest umschlungen...die letzten tropfen aus der whiskey-flasche kratzen so wunderbar im hals und machen dabei den kopf wieder klar...glutheißer wüstenstaub rieselt aus den lautsprecherboxen deiner stereoanlage, als du urplötzlich aufschreckst. war alles doch nur ein traum ???
sutcliffe sind wahrhaft könige der musik-gewordenen atmosphäre, die man am ehesten mit den soundtracks bekannter tarantino-streifen (wie "pulp fiction" oder "desperado") beschreiben kann. manchmal glaubt man wiederum seichte dire straits-referenzen ausmachen zu können. und vor allem dann, wenn dem akkordeon etwas mehr platz eingeräumt wird, findet man sich in eindeutiger nachbarschaft zu den deutschen rock-poeten element of crime wieder. herrlich formvollendete klangbilder wie "lowride" , "summersun" , "shaft" , die treibenden "ming operator" (mit vereinzelten sprach-samples angereichert) und "d.sensation", sowie das typisch fränkisch betitelte "buggarest" funktionieren durch die relaxte Instrumentierung (steel-gitarre , akkordeon , orgel und akustik-gitarre) einwandfrei, und kommen über die gesamte spielzeit komplett ohne gesang aus. hier und da wird mal eben ein lockerer blues zitiert, beim nächsten song glaubt der hörer dafür, minimale bossanova-parallelen rauszuhören. der schlagzeuger traktiert seine schießbude mit viel hingabe und noch mehr rhythmus-gefühl, während sich die sehnsüchtigen, staubtrockenen melodien in windeseile im kopf festsetzen. höhepunkte dieses famosen 45-Minüters sind der geniale ohrwurm "roadtrain" , das todtraurige, halb-akustische "the ghost of old tom moses" sowie die durch trompeten aufgepeppte göttergabe "estoy cansado". sutcliffe sind eine der heißesten newcomer des deutschen underground. diese nürnberger band hat eure aufmerksamkeit auf jeden fall verdient.
übrigens - dass dieses quintett seine erste 6-track-ep seinerzeit "kopfkino" getauft hat, ist eindeutig nachzuvollziehen. 5 sterne sind pflicht !!!
- localcalling.de 12/09
und hier die nächste scheibe aus dem hause beste unterhaltung, welche mich an cowboys erinnert. gleich auf dem kunstvollen artwork ist ein solcher zu sehen,in der prärie mit hut, halstuch und breitem grinsen. die fünf jungs bezeichnen ihre musik als „instrumentalen kopfkinosoundtrack“. da bin ich ja mal gespannt.
und tatsächlich: musik zum zurücklehnen und entspannen. in den ersten takten von lowride ist ein akkordeon zu hören, bald kommt ein unverschämt groovender rhythmus dazu und eine traumhaft twängige 60s-gitarre à la the shadows. etwas düster und melancholisch, aber trotzdem kraftvoll. ich bin begeistert. das könnte genausogut filmmusik zu desperado, from dusk till dawn oder spiel mir das lied vom tod sein. aus dem augenwinkel sieht man fast schon das tumbleweed vorbei fliegen, den galgenstrick baumeln und die geier kreisen.
das hohe niveau des ersten tracks wird über die ganze cd beibehalten. estoy cansado beginnt mit einem atmospärischen gitarren-intro, sehr entspannte, coole nummer mit souveräner trompete. mein persönlicher favorit - ein bastard aus tito & tarantula und ennio morricone. roadtrain erinnert stark an eine solche, ab in den wilden country-westen! ein weiterer höhepunkt der cd ist der siebte track, the ghost of old tom moses, sehr schön arrangiert mit akustischer gitarre und elegantem akkordeon. hut ab!
immer wieder schwingen bei sutcliffe ethno-vibes mit, mal ein bisschen tango, mal samba, country, ska oder calypso. musikalisch hochwertig. die fünf cowboys beherrschen ihre instrumente und setzen sie beeindruckend geschmackvoll ein. die kombination eines an sich nicht mehr ganz zeitgemäßen gitarrensounds (hall, twang, vibrato, 60's-kram eben) mit akkordeon ist mal was erfrischend neues.
aber so ist das nun mal mit instrumentaler musik, der eine lobt sie in höchsten tönen, dem anderen fehlt das gewisse etwas – der gesang. instrumentalmusik abwechslungsreich zu gestalten ist mit sicherheit nicht einfach, meines erachtens ist dies hier jedoch gut gelungen.
ein booklet ist leider nicht dabei, aber bei den fehlenden lyrics auch nicht nötig.
6 von 7 punkte
-disagreement.net 10/09
Let’s face it: you have to love the artwork. Coming across like a friendlier take on the Preacher comic book series by Garth Ennis and Steve Dillon, you don’t know whether you should expect funny cow punk or bizarre desert rock. The Nuremberg quintet opts for the latter, and they don’t even fare bad on their first self-titled longplayer. Too often, bands are content with strictly adhering to one specific genre, but Sutcliffe – named after the original Beatles bassist who died before the band became big – are smart enough to add a twist to their all instrumental music; only Summersun comes with subdued female backing vocals. Although the guitars are the carrying element in the songwriting, the Germans find also room for keyboards and sometimes even accordion. It’s that instrument that elevates the album’s longest track The Ghost Of Old Tom Moses with nearly seven minutes running time to something really grand. Sutcliffe don’t always achieve such a sprawling sonic imagery full of melancholy, but it should be considered a sign of their experience (the band was founded in 2002) that not a single track fails to entertain.
Sutcliffe don’t hide their influences. The ghosts of Calexico, Giant Sand and Friends Of Dean Martinez can be made out throughout the album, but by injecting doses of post rock, garage rock and psychedelia, the band manages to eventually stand on their own legs. Instrumental music has always a hard time getting to its potential audiences (there are just no lyrics to sing along to), but Sutcliffe have made a strong case for themselves with their self-titled record. Hardcore desert rock fans might be at times deterred by the stylistic variety on display, but more tolerant music lovers will see themselves coming back time and again to this surprisingly solid showcase of diversity and talent.
-folker weltmusikmagazin 05/09
die staubigsten stiefel findet man in nürnberg. den beweis liefert die fränkische band sutcliffe, die ein instrumentales westernalbum abliefert, in der die twanggitarre aufs podest gehoben wird. sollte quentin tarantino jemals filme über weltmusik drehen, hat er hier jedenfalls schon mal den richtigen soundtrack.
-musikansich.de 08/09
kann es eine band heute noch schaffen, mit rein instrumentaler musik zu begeistern, die nach 60-er jahre, speziell im gitarrensound, mit viel country und blues klingt? ich hätte nicht gedacht, dass das funktioniert. sutcliffe schaffen aber genau das mit ihrem selbst betitelten debütalbum, nach einer ep mit dem treffenden titel kopfkino.
den fünf musikern aus dem großraum nürnberg gelingt es problemlos, mit ihrer musik in den bann zu ziehen. oft wird das ganze mit filmmusik zu tarantino-filmen verglichen und man liegt damit gar nicht so schlecht. weiträumige landschaften ziehen vor dem inneren auge vorbei. es ist heiß und plötzlich sieht man eine einsame gestalt in der ferne, die eine leichte staubfahne hinter sich herzieht.
die musik wird lässig cool vorgetragen. vor allem die mischung aus vintage-gitarrensound und schönen orgelsounds gibt der musik ein angenehm luftiges flair. neben den ausgesprochen guten instrumentalisten sind die arrangements ein großer pluspunkt bei der musik von sutcliffe. kein ton sitzt an der falschen stelle, alles ist exakt aufeinander abgestimmt. das hat schon große klasse.
unbedingt antesten!
- noisy neighbours no27
einen ziemlich coolen sound machen sutcliffe, nennen es selbst "kopfkinosoundtrack". musik ohne worte, neun tracks instrumental. ein bisschen vergleichbar mit dem, was man bei tarantino-filmen im hintergrund hört. in den besten momenten vielleicht sogar mit tom verlaines "warm and cool" vergleichbar, wenn den nürnbergern auch dessen tiefe noch abgeht. da geht was! cooler tremolo-sound, schöne vibrato-einlagen und nie langweilig. da freut man sich auf mehr.
- twang tone/guitars galore 06/09
....ihre musik erinnert an wüsten, texas, saloons, mexiko, lange ritte über die prärie – oder die autobahn. wenn zu den verschiedenen gitarren dann noch slide und schließlich akkordeon dazu kommt, dann ist auch kaurismäki mit von der partie. feine sache.
- das dosierte leben numero 64 /
reh-zensionen
instrumentalmusik ist auf den ersten blick ja nicht gerade
das,
wovon alle träumen. doch es gibt wirklich gute (wobei wir in
dieser rezension die nahe liegenden namen-einer fängt mit t
an-ebenso verschweigen wie die zu nahe liegende assozation mit bewegten
bildern in der obersten körperregion) und die fünf
franken
müssen keinen vergleich scheuen. das hat athmosphäre;
das
holt aus country, blues und folk das wesentliche heraus und ist satt
produziert-gitarren dominieren und sie können dies auf einem
mehrschichtigen klangteppich, der dicht geknüpft ist,
ausleben. im
ergebnis ist dies natürlich abgehangen und cool. in der tat:
jeder
gesang würde hier stören. unpeinliches (!) akkordeon
auch...
das coverartwork transportiert diese mission "abstract country" in sehr
ansprecheneder weise, erinnert das wüstenmotiv doch an sehr
große momente von coverkultur aus zeiten, in denen die
gruppen
noch mindestens "thin white rope" hießen. wenn wir den einen
oder
anderen track bei den nächsten kurzfilmtagen in oberhausen
hörten, würde mich dies nicht wundern...
-glitterhouse mailorder 05/09
offensichtlich nach dem früh-beatle stuart sutcliffe benannte instrumental-band aus dem fränkischen mit einem rundum großartigen debütalbum. denn die fünf burschen machen endlich mal das naheliegende: nämlich die besten momente von calexico, tito & tarantula, chris isaak und santo & johnny zu vereinen. friends of dean martinez machen ja auch etwas ähnliches, aber was bei jenen so elegisch, schwer und morricone-mäßig gerät, klingt bei sutcliffe upliftend, dynamisch und nach scharfem tex-mex-chilli schmeckend. mit viel twang in der gitarre, edler pedal steel und einem folky akkordeon, das für bodenhaftung sorgt. Ihre erste ep hieß ganz treffend „kopfkino“, denn hier werden gekonnt musikalische western-klischees bedient, das ganze aber mit groove und gelegentlich durchaus tanzbar. manchmal sieht man fast schon das notorische tumbleweed durchs hörspielbild rollen. auch ein pluspunkt: die neuen songs sind ganz hervorragend produziert, transparent und druckvoll. gesang vermisst hier kein mensch.
-ard.de 01/07-
"neue bands im
soundcheck
eine leichte, sommerliche meeresbrise schwingt
in ihrer musik mit, und im 60er-jahre gitarrensound ein wenig pulp
fiction-coolness. instrumentaler kopfkinosoundtrack nennt die
newcomerband sutcliffe denn auch ihre musik"
komplette kritik zum download: (download)
-prinz 07/07-
"der
fünfte beatle aus franken
kopfkino
heißt die sechs song starke cd, mit der sich sutcliffe 2007
präsentieren. ganz leicht macht es sich das quintett nicht.
gerade
heute, da musik sich oft genug über starke worte verkauft,
setzen sie
auf instrumentalmusik. das aber so klangvoll, das bereits der opener an
element of crime erinnert, ohne regeners gesang freilich. fast
liebenswert das o-ton-zitat von walter ulbrichts 1965er rede im
zentralkomittee der sed, in der das ddr staatsoberhaupt das yeah yeah
yeah der beatles imitiert. die musikalische untermalung ist stilistisch
mindestens ebenso weit von den fab four entfernt, aber sehr klug
arrangiert. tatsächlich machen alle kopfkino-tracks, egal ob
gitarresk
an die sechziger angelehnt oder nicht viel spass. zurecht hat sich
sutcliffe nach stuart sutcliffe, dem ex-beatle, benannt." (download)
"platten-heimspiel
benannt hat sich die band aus nürnberg nach dem jung verstorbenen ex-beatle stuart sutcliffe. eine weitere referenz an die pilzköpfe findet sich im songtitel "dakota building" - denn in ebendiesem wohnte john lennon und wurde vor ihm erschossen. doch das war es auch schon, keinesfalls gibt es auf "kopfkino" merseybeat zu hören. um diese platte richtig gern zu haben, sollte man tequila wenigstens schon mal probiert und nicht gleich wieder ausgespuckt haben. denn meistens sind die ambitionierten instrumentalsongs von einem wüstenflair getragen. die vorliebe für moderne westernbezüge zeigt sich in so manchen musikalischen parts und in dem typischen gitarrensound. dann und wann darf es auch mal ein akkordeon sein. ausbrüche aus diesem stilistischen rahmen gibt es, wenngleich sie selten sind. songtitel wie "the mexican" verstehen sich natürlich von selbst, erinnerungen an einen tarantino-film mit bekannter tanzszene kommen auf. lässig, schwül und bluesig - sutcliffes musik schafft vor allem atmosphäre. denn sie wissen, was sie tun." (download)
-das dosierte leben nr.59-
"reh-zensionen
über den namensgeber der gruppe kein wort, dies tat / tut jeder andere rezensent. zur musik: ein titel wie "the mexican" ist programm und das kopfkino schafft in der tat wüstenlandschaften wie giant sand dies gerne tut. hier aber ist kein gesang-man braucht ihn nicht. tortoise und zehn meter feldweg fallen einem ein, doch schlängelt sich diese platte -in geeigneter atmosphäre gehört- zu einem eigenen markenzeichen. sie sind so entspannt wie souled american und bringen einen -vielleicht bei einer flasche mexikanischen biers- runter (entspannungstechnisch) und rauf (seelisch) zugleich. das kopfkino hat keinen platz für revolverhelden. hier ein kaktus, dort die windschiefe bretterhütte, die "bar zum feingefühl". wäre eine zeitlupenverfilmung wert! dieser soundtrack dazu: einfach. wunderschön. einfach wunderschön."
-musikzentrale nürnberg 10/07-
stuart sutcliffe war ein künstler und ein freund von john lennon. bassspielen konnte er nicht aber er versuchte es zumindest und spielte eine zeit lang bei den „beatals“, aus denen kurz darauf die „silver belatles“ und dann die „beatles“ wurden. sutcliffe hatte den bass zu diesem zeitpunkt längst an den nagel gehängt und starb 1962.
exakt 40 Jahre später kramen ein paar nürnberger musikfreaks den namen sutcliffe wieder aus und benennen Ihre band so. das war 2002, vier jahre später lief plötzlich der song „n.m.2.l“ als untermalung eines werbespots von mister-lady bei allen fcn-heimspielen. höchste eisenbahn für ein paar lieder für die allgemeinheit. der nun vorliegende erste silberling der band, „kopfkino“, ist erstaunlich und das aus mehreren gründen: zum ersten handelt es sich bei den sechs songs um instrumentaltracks und das ohne auch nur eine sekunde langeweile. die arrangements sind klug und abwechslungsreich, die fünfköpfige band beweist einiges an können. zum zweiten schweben einem bei hören durchaus schlagwörter wie tarantino, kaputter 60s-beat oder desert rock durch die sinne. aber - und das zum dritten - sutcliffe machen ihr eigenes ding. und das gefällt mir. hinzu kommt, das die recording-qualität - aufgenommen wurde im „pegelclub“ weißenburg - eine wirklich gute ist und man sich im mixing- und masteringbereich ausreichend zeit genommen hat, um das werk zu schleifen und mit manchmal richtig trickreichen ecken und kanten zu versehen. da darf man auf den ersten richtigen longplayer gespannt sein und der kommt hoffentlich bald! (download)
-zündfunk (bayern2) 01.10.07-
das montags demo mit achim bogdahn, thees uhlmann u.a.
(download)
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-prinz blog nürnberg 07/09
prima leben und stereo
es ist gewiss nie ganz einfach, ein festival zu eröffnen. viele leute sind noch nicht da oder noch nicht ganz bereit für die bands. so ein festival muss sich jeder einzelne schließlich für sich selbst erst erarbeiten. daran gemessen war der auftritt des nürnberger quintetts sutcliffe ein echter erfolg.
das soundtrackhafte ihrer gesangsbefreiten stücke passte hervorragend zu den ankommens- und begrüßungsszenarien auf dem gelände. der sound war klasse und die mal ins tarantinomäßige, mal ins indieartige changierenden songs funktionierten so gut an der vöttinger riviera, dass die veranstalter überlegen sollten, sutcliffe einen soundtrack zum festival einspielen zu lassen. “nächstes mal”, versprach bassist joe b. good augenzwinkernd “spielen wir um 19 uhr.” hoffentlich, meine herren, denn euer sound würde ebenso ideal in die abendsonne passen.
leider war das weitere programm des vorabends nicht annähernd so prickelnd. ich habe wirklich nichts gegen unsauberkeiten, schmutz und fahrlässigkeiten im bandklang, aber....(download)
-fürther nachrichten 05/09
sound für augen und ohren
«kopfkino» hieß die mini-cd, die die band sutcliffe 2007 veröffentlichte. jetzt hat das quintett aus gunzenhausen seinen ersten kompletten silberling fertig, der sich schlicht und einfach sutcliffe nennt. und weil das debüt eine größere leinwand verdient hat, wurde die präsentation kurzerhand ins babylon-kino nach fürth verlegt. dort, wo sonst cineasten ihrer leidenschaft frönen, gab es diesmal großes kino für alle freunde der instrumentalmusik.
vor rund sieben jahren hat sich die band zusammengefunden, im übungsraum einfach mal rauflos gejammt» und am ende ihren sound gefunden. ein sound, der ganz ohne gesang auskommt. «nicht, dass wir nicht singen könnten. es hat sich eben einfach so ergeben», erklärt bassist joe b. good. nicht zum ersten mal spielt die band in einem kinosaal, der bis auf den letzten platz gefüllt ist. ein auftrittsort, der gut zur band passt, untermalt sie ihre instrumentalklänge doch mit zahlreichen filmausschnitten. die songs werden so zu einem gesamtkunstwerk mit dichter atmosphäre.
sutcliffe liefert mit seinen fein arrangierten liedern den perfekten soundtrack nicht nur für tarantinofilme. getragen vom unermüdlich antreibenden rhythmusduo albi (schlagzeug) und joe b. good wandelt die band zwischen americanasound und progrockanleihen, streut polka- und klezmerklänge ebenso ein wie tango und walzer. glasklare gitarren tänzeln auf dem rhythmusfundament, die pedal-steel-gitarre schluchzt, das von mel, der einzigen Frau in der band, gespielte akkordeon setzt phrasierte farbtupfer.
sutcliffe hat den groove. die band versprüht große coolness, die songs schwingen lässig aus den boxen. auch in den getragenen stücken ist eine typische leichtigkeit zu spüren, die die songs dahin-, aber nicht davonschweben lässt. twang- und surfgitarre sorgen für zusätzliche akzente, die orgel (mel) ist tief im sound der 60er jahre verwurzelt. calexico und yo la tengo lassen ebenso grüßen wie die leopold kraus wellenkapelle.
während steve mcqueen sich in «bullit» eine wilde verfolgungsjagd liefert, «flash gordon» die welt rettet oder johnny depp in «dead man» über die leinwand flimmert, packen sutcliffe die zuhörer mit ihren songs und lassen sie im kinosessel entspannt zurücklehnen. und der gesang? den vermisst man eigentlich nicht, obwohl er den voller dynamik steckenden liedern das eine oder andere mal ganz gut tun würde.
(download)
-fürther nachrichten 01/08
"die ersten takte markiger gitarrenmusik rollen über die bühne, der bass setzt ein, rhythmisches akkordeon und steel-guitar hinterher, treibende drums dürfen auch nicht fehlen, und schon ist man mittendrin im klapperschlängelnden süden amerikas, kaut gedankenverloren auf einem längst erloschenen zigarettenstummel und fixiert aus zusammengekniffenen augen die feine linie am horizont, die den himmel von der erde trennt. arizona und texas lassen grüßen, die staubige atmosphäre von lauwarmem tequila und flirrender hitze macht sich breit. bei draußen minus fünf grad, mitten in fürth. wie das geht? sutcliffe spielen in der kofferfabrik.
die vier jungs plus mädel an den tasten (akkordeon und keyboard), die sich nach einem ur-mitglied der in den 60ern noch weitgehend unbekannten rock-band «the beatles» benannt haben (die älteren werden sich an das quartett wohlwollend erinnern), strafen all diejenigen lügen, die damals schon vollmundig behauptet haben, gitarrensound wäre nicht mehr angesagt.
dabei ist er angesagter denn je, besonders, wenn er eine so großartige fortführung findet und klangtechnisch so satt rüberkommt wie bei sutcliffe. die feinnervigen instrumentalsongs, die sich größtenteils vom überzeugenden beat und der kraftvollen virtuosität der gitarristen nähren, bauen dabei vollkommen zu recht auf das atmosphärische potenzial, das in ihnen steckt. mit wunderbaren kleinen, exakt zusammengeschnittenen filmszenen, die im hintergrund untermalend abgespielt werden, machen die fünf zudem deutlich, warum ihre debüt-cd «kopfkino» heißt. denn genau das läuft ab, wenn man songs wie «shaft» oder «road trip» mit ausschnitten aus den «straßen von san francisco» koppelt, sich dazwischen ein szene-häppchen bei klassikern wie «fantomas», «raumschiff orion» oder «dead man» mit johnny depp holt und das ganze mit panorama-aufnahmen wie beispielsweise der golden gate bridge würzt.
einfach fallen lassen
die devise? einfach fallen lassen in das mitreißende gesamtkunstwerk und luftschnappend mitschwimmen, denn eintönigkeit sucht man vergebens. gibt es doch auch zwischendurch immer wieder langsamere, ruhigere Passagen, zudem anleihen bei folkloristischem (puszta und polka) und kleine hommagen an oben erwähnte Beat-Band aus längst vergessenen Zeiten. mit «dakota building» und «n.m.2.l.» (dem song, der in der großen nachbarstadt im osten zur zeit in sämtlichen sport-stadien zu hören ist), machen sutcliffe musik für hirn und herz, mit sogartiger wirkung und verdammt tanzbarem stil, auch wenn dies in der viel zu leeren kofferfabrik leider keiner gewagt hat.
«ich bin der meinung, genossen, mit der monotonie des yeah, yeah, yeah und wie das alles heißt, sollte man doch schluss machen!» darf walter ulbricht am 18. dezember 1965 auf dem 11. plenum der sed verkünden und wird knapp vierzig Jahre später lächelnd auf der Leinwand zitiert. walter, möchte man ihm zurufen, es ist geglückt, weit und breit kein fitzelchen monotonie.
(download)
-nürnberger nachrichten 10/06-
"...anschließend zeigte sutcliffe, dass es möglich ist, sich eine stunde auf die bühne zu stellen, kein wort zu singen und trotzdem das überwiegend junge publikum zu begeistern. mit zwei e-gitarren, bass, akkordeon und schlagzeug brachten sie ein absolut beeindruckendes klangkunstwerk auf die bühne."
-nürnberger nachrichten 11/07 endzeitfestival nachbericht-
...einen würdigen abschluss bietet die nürnberger instrumental-gruppe „sutcliffe“. die bereits vom br-2-magazin „zündfunk“ ausgezeichnete band überzeugt mit ihrem spielfreudig dargebotenen düsteren country-rock. ungewöhnlich instrumentiert, u.a. mit akkordeon, erzeugt ihr „kopfkino“, so der titel der debüt-cd, die atmosphäre schmutziger italowestern...